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Freitag, 2. April 2010

Köpkes 3 schrecklichsten Jobs (3/3)

Der schrecklichste aller Jobs, den ich je ausführen musste, war an sich gar nicht der schlechteste: ein oder zwei Stunden Früchte schnippeln (war gut, weil ich mit einem Kater ankam und so nicht viel denken musste), dann einfach verkaufen, verkaufen und verkaufen und am Ende noch sauber machen.

Problem war also nicht der Job, sondern wo: ein Jahrmarktswagen voller schokoladenüberzogene Bananen, Weintrauben und Erdbeeren, kandierte Äpfel, geröstete Mandeln und Zuckerwatte. Alles Dinge, die ich nicht mag und deren Geruch mir schon den Geschmack von kalter Kotze in den Rachen treibt. Und dann steh ich da, 15 Stunden, nach knapp 3 oder 4 Stunden Schlaf nach einer durchzechten Nacht, mit einem mörderischen Kater und ich habe diesen...diesen...Gestank in der Nase, in den Haaren und in den Klamotten. Bäh!

Zum Mittag gab es ja wenigstens noch eine überteuerte Portion Spaghetti von einem Nachbarstand, aber gegen 1 Uhr Nachts, als wir mit Saubermachen fertig waren, musste ich dann - gepeinigt von unbändigem Hunger - auf eine dieser Bananen zurückgreifen, die mit weisser Schokolade überzogen war...verdammt, wie ekelhaft das war. Und das für gerade mal 5,- Euro die Stunde und eine Banane, die ich auch noch bezahlen musste...haha.

Kacke.

Mittwoch, 31. März 2010

Blairs 3 schrecklichsten Jobs (3/3)

...den schrecklichsten Job von allen hatte ich allerdings mal für zehn Jahre an der Rezeption eines Hotels. Und da war Alles. Sex, Intrigen, cholerischer Chef, nervtötende Menschen, geistig völlig degenerierte Kollegen und Putzfrauen die einen am Telefon mit "isch muass sagen!" anbrüllten wenn sie bescheid geben wollten ein Zimmer sei frei. Von jeder Begebenheit zu sprechen würde den Rahmen sprengen. Kurz und Gut: Grauenhafte Zustände.

Bloß gut das ich da weg bin...


*huch* aufgewacht....

Mittwoch, 10. März 2010

Köpkes 3 schrecklichsten Jobs (2/3)

In der 9. Klasse muss ja bekanntlich jeder Schüler ein "Schulpraktikum" machen. Mein bester Kumpel hatte folgenden Job: im Laden rumsitzen, vor dem Laden rumsitzen, Sekt trinken und einmal musste er sogar eine Pappe in die Tonne bringen.


Ich hatte folgenden Job: einen recht großen und alten Anker streichen, Schränke streichen, schwere Metallwerkstücke schleppen und einmal durften wir (ich war mit einem Schulkameraden da) auch an der Drehmaschine selber Werkstücke versauen abhobeln. Arbeitgeber war eine Werkstatt innerhalb der städtischen Universität, welche den Studenten, Dozenten, Professoren und sonstigen Forschern Werkstücke herstellte (zum Beispiel eben runde Metallstücke, an denen neuartige Bohrer getestet wurden) oder Maschinen reparierte und so Zeugs.
Wir mussten tatsächlich jeden Morgen um 5 Uhr schiessmichtot da sein und durften dann...malern. Der Wahnsinn!


Nach einer Beschwerde durften wir dann gegen Ende zum Glück nochmal an den CNC-Laser, der uns eine Form unserer Wahl aus einer Metallplatte laserte...geil! Bei mir war das die Form einer PlayStation 1, welche ich zu einem Gewinnspiel einsandte und folgende Mütze gewann:




Ja, MIT den Ohren angenäht. Die Mütze besitze ich immer noch und die hat das Ganze irgendwie wieder gut gemacht. Yeah!

Montag, 8. März 2010

Blairs 3 schrecklichsten Jobs (2/3)

Vor Jahren habe ich mich einmal dazu hinreissen lassen bei einem ehemaligen Chef in dessen Zeitarbeitsfirma zu arbeiten. Bei einem etwas klein geratenen Österreicher dessen Kopfhaar immer mehr ausdünnte. Ich hätte es also wissen müssen. Das würde ein Scheissjob werden. Und so kam es auch.
Ich war zwar nur insgesamt dreimal für ihn unterwegs. Aber nur diese drei Einsätze reichten aus, um zu kündigen. Im Folgenden werde ich schildern warum.

Meistens lief es so ab das er mich zu Hause anrief um einen Treffpunkt auszumachen und mich dann in seiner Nobelkarosse zu meinem Arbeitsplatz zu kutschieren. Das war schon recht clever, denn der Tag begann somit mit etwas Positivem.

Job 1:
Treffpunkt war am Alexanderplatz in Berlin. Die Fahrt führte durch den gesamten Westteil der Stadt und endete erst als wir fast Brandenburg erreicht hatten. Als ich ausstieg befand ich mich vor dem Eingang eines recht großen Restaurants am Wansee. Der letzte Bus würde um 22 Uhr fahren warnte er mich vor, ich solle also darauf pochen unbedingt früher Feierabend zu machen. Konnte ja heiter werden.
Dann übergab er mich dem einzig anwesenden Koch der mich gleich an meinen Arbeitsplatz führte, einem kleinen Raum weit ab von Küche, Umkleideräumen und Gastraum. Ich sah mich um und vergoss innerlich bittere Tränen sah ich mich doch mit einer Arbeit konfrontiert die nicht schlimmer hätte sein können. Kleiner Hinweis: Es war Spargelzeit.
In der Mitte des Raumes befand sich ein Metalltisch, darauf eine Schüssel für die Abfälle und daneben ein kleines Spargelmesser. Und natürlich eine große Kiste mit Spargel. Eine von ca. 20 Kisten. Es sah also ganz danach aus, dass ich die nächsten acht Stunden damit zubringen würde Spargel zu schälen. Allein. In einem Raum. Ich und der Spargel. Tja, und so kam es dann auch. Das der Bus um 22 Uhr natürlich ohne mich abfuhr war klar. Glücklicherweise nahm mich einer der Kellner mit in die Innenstadt. Worunter er verstand mich am Bahnhof Zoo abzusetzen.

Job 2:
Der Anruf kam wie üblich 24 Stunden vorher und als ich hörte das es wieder in das selbe Restaurant gehen würde winkte ich dankend ab. Aber, so versicherte er mir, diesmal würde ich nicht als Koch arbeiten müssen sondern bei einem Brunch Kellnern. Okay, klang schon besser, zumal ein Brunch ja in der Regel vor 22 Uhr beendet ist. So schlimm war dann auch alles gar nicht, allerdings blieb mir der Job als schrecklich in Erinnerung weil die Resatautantleitung etwas erbeten hatte das mich im jetzt in der Erinnerung ausgesprochen stinkig macht. Man verlangte von mir meinen Bart abzurasieren. Komplett? Nicht unbedingt, Schnauzbart wäre okay. Gut, also komplett. Und so verbrachte ich einen Sonntag mit gerötetem Gesicht, kleineren Pusteln und Schnittwunden am Wansee und verteilte Kaffee und Tee. Super.

Job 3:
Diesmal war der Abstand zwischen Anruf und Einsatz am kürzesten. Knapp 12 Stunden vor Beginn rief er mich an und erläuterte mir was ich zu tun hatte. Und das war nicht ohne.
Ich sollte im Forum-Hotel am Alexanderplatz, dem heutigen PPPP beim Frühstücksbufftet und Mittagsgeschäft aushelfen. Klingt ansich nicht schlimm, allerdings wurde ich nur dewesegen benötigt, weil zwei Tage zur die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen hatte.
Ich sollte also das werden was meine ehemalige Staatsbürgerkundelehrerin vermutlich in ihrem Grab rotieren liess. Ich war Streikbrecher.
Mit den üblichen Einschränkungen. So eröffnete man mir bei meiner Ankunft (durch den Hintereingang) das ich natürlich/ leider nicht die normalen Umkleideräume benutzen würde können. Stattdessen zog ich mich im Behinderten-WC des Restaurants um.
Die eigentliche Arbeit war nicht unangenehm. Nur der Heimweg, der war etwas beängtigend. Jedesmal an den zwei Tagen dort musste ich nämlich durch eine kleine Gruppe von Mitarbeitern hindurch die als Streikposten auf dem Alexanderplatz demonstrierten. Und jedesmal befürchtete ich das plötzlich in meinem Rücken jemand "Da! Das ist Einer von Denen! Schnappt ihn euch!" brüllen würde. Es kam zwar nie dazu, aber das war für mich das letzte mal das ich für diese Firma arbeitete. Denn ich fühlte mich tatsächlich mies. Brauchte ich nicht. Nicht noch einmal.

Dienstag, 2. März 2010

Köpkes 3 schrecklisten Jobs (1/3)

Ich muss wohl zu meiner Schande (oder meinem Glück) gestehen, dass ich noch nicht all zu viele Jobs gemacht habe und vor allem nicht lang und nicht all zu mies. Ein paar unangenehme oder blöde waren dennoch dabei.
Einer davon war zum Beispiel ein Tag, an dem ich - für Bekannte der Eltern meiner damaligen Freundin - Einladungskarten in Briefe stecken und diese zukleben musste. Also Brief auf, Karte rein, Klebefalz umschlagen und zukleben (zum Glück selbstklebend). Ja, so schwierig war das.
Und obwohl man in Gesellschaft war, demotiviert diese eintönige Arbeit sogar die kommunikativsten Wesen. Also schweigt man. Der Höhepunkt war dann, dass die eine "Kollegin" einen Hörbuch-Krimi anmachte...mäßig spannend, aber einmal angefangen will man trotzdem wissen, wer am Ende der Mörder war. Nur leider kamen wir natürlich nicht zum Ende (ich grübel immer noch darüber nach).


Witzig ist aber, dass man im Laufe der Arbeit an seiner Technik und Schnelligkeit arbeitet...es ist immer das Gleiche, aber man optimiert und probiert...man hat ja sonst nichts zu tun.

Samstag, 27. Februar 2010

Blairs 3 schrecklichsten Jobs (1/3)

Ich muss an dieser Stelle etwas gestehen. Ich war einmal Teil einer sogenannten "Drückerkolonne" und habe versucht arme Menschen am Telefon abzuzocken. Für Geld.

Allerdings hält sich meine Scham in Grenzen, den was ich verkaufen sollte war DAS hier:


Ja, ich verkaufte Safes. Mit folgenden Worten sollte ich Geschäftsleute,  die ich vorher willkürlich aus Telefefonbüchern pickte, am Telefon begrüssen:

"Einen schönen Guten Tag, meine Name ist M. Sie hatten sich vor kurzer Zeit für unsere Feuer- und Einbruchssicheren Schränke  interessiert und daher wollte ich Sie fragen ob einer unserer Mitarbeiter Sie einmal besuchen könnte."

Wenn ich es schaffte einen unserer "Mitarbeiter" loszuschicken bekam ich Provision. Wenn dabei ein Safe, äh. Feuerfester- und Einbruchssicherer Schrank. verkauft wurde auch. Und nicht wenig. Letzendlich ein durchaus lohnender Job wenn man es richtig anstellte wie mir die Chefin des Unternehmens, stets gewandet in diese Geschäftskostüme die RTL-Darstellerinnen tragen wenn Sie (erfolgreiche) Geschäftsfrauen darstellen sollen. Gern in grauenhaften Farben. Sehr gern in türkis, woher unter anderem meine Abneigung gegen diese Farbe zu kommen scheint. (Und aufgrund der Tatsache das ich zwischen 1986 und 1988 einen türkisfarbenen Syntetikparka tragen musste; wir hatten ja nichts!)

Einziges Problem, ich nahm unser Produkt echt einfach nicht ernst genug. Verdammt nochmal wozu sollte man denn auch ´nen Safe äh Feuer- ach Kacke, also einen Safe überhaupt brauchen. Wenn, dann kaufte man sich so ein Ding halt selbst. Aber Werbung dafür machen?

Ich kündigte nach einer Woche. Nachdem ich mehrere Male am Telefon zu den potentiellen Kunden sagte ich könne sie vollkommen verstehen, so ein Ding brauche kein Schwein.

Am vorletzten Tag lauschte ich gebannt folgender Anekdote: Meine Chefin hatte es geschafft ihre bildhübsche Tochter mit dem Sohn des westdeutschen Haupteigners der Firma zu verheiraten. Was gab es als Hochzeitsgeschenk? Ja, genau. Kein Witz, sie verschenkte wirklich einen.